Am 60.Geburtstag des Gastronomen Helge trifft sich seine Familie im romantischen Landgasthof des Jubilars. Verwandte und Freunde setzen sich erwartungsvoll um die feierliche Tafel - doch die Idylle erhält eine schmerzhaft dramatische Wendung: Helges ältester Sohn Christian beschuldigt in seiner Rede den Vater, seine Zwillingsschwester in den Selbstmord getrieben und die Geschwister in der Kindheit sexuell mißbraucht zu haben. Mutter Elsa versucht, das angeschlagene Image ihrer Familie mit einer versöhnlichen Ansprache an ihre Kinder zu retten. Doch Christian konfrontiert sie an der Festtafel mit der Erinnerung an eine Szene, in der sie selbst Zeugin des Mißbrauchs wurde. Schützenhilfe erhält der Nestbeschmutzer durch das Personal: Chefkoch Kim, sein Vertrauter aus Kindertagen, und dem Zimmermädchen Pia, verliebt in Christian, lassen alle Autoschlüssel verschwinden. Der Versuch der verstörten Gäste, dem Familieninferno zu entkommen, schlägt fehl. Es bleibt nur noch die Wahrheit...
In Thomas Vinterbergs Film Das Fest liegt die Katastrophe schon lange zurück. Nun, da Familienoberhaupt Helge seinen 60.Geburtstag im Kreis der Lieben feiern will, versammeln sich um ihn die Opfer und ihr Anhang zum unfrohen Fest. "Die Familie", erklärt der Regisseur dazu, "gewinnt immer." Sie überdauert die Verbrechen, die sich innerhalb der Gemeinschaft ereignet haben. An Flucht ist nicht zu denken. Der dänische Sommer kennt kein Erbarmen -- die Handkamera auch nicht. Sie kommt den Menschen gefährlich nahe, sucht Körperkontakt und flieht ihn wieder. Mit den wackligen Einstellungen und den rohen, körnigen Aufnahmen fördert sie langsam die quälende Wahrheit hinter der Kulisse der heilen Großfamilie zu Tage. Die Wahrheit über einen Vater und seine Kinder, die Wahrheit hinter einem aufgesetzten Lächeln, einer gespielten Höflichkeit, einem Zornausbruch. "Ich mache Filme", so Thomas Vinterberg, "weil ich im Kino zeigen kann, was die Menschen voreinander verbergen."
Vor einigen Jahren hat der Däne Vinterberg gemeinsam mit seinem Kollegen Lars von Trier (Idioten) ein filmisches Manifest unterzeichnet, das vor Selbstbewusstsein strotzt: Das "Dogma 95". Das Keuschheitsgelübde für Regisseure verbietet seinen Anhängern nahezu alle Annehmlichkeiten des modernen Kinos. Vorgeschrieben sind Handkamera, Originalschauplätze und die Einheit von Zeit und Ort. Filter und künstliche Lichtquellen sind tabu. Bei Vinterbergs Film geht der Purismus auf. Die ungelenken Einstellungen aus der Videokamera, mit denen er seine Geschichte erzählt, verleihen den Szenen der Familienhölle zusätzlichen Schwung und verstören den Blick nachhaltig.
Das Fest hat die Kraft einer ohnmächtigen Wut, die ästhetische Gewohnheiten ebenso sprengt wie die Regeln des kultivierten Soziallebens. Nichts erscheint so, wie man es kennt. Jede Szene ein Schock, ein Einspruch gegen die vorprogrammierten Emotionen der Filmindustrie. Ein echtes Erlebnis. --Carola Feddersen (Verlagstext)
Verfasser*innenangabe:
ein Film von Thomas Vinterberg ; Kamera: Anthony Dod Mantle ; Schauspieler*innen: Ulrich Thomsen, Henning Moritzen, Thomas Bo Larsen, Paprika Steen, Birthe Neumann [und weitere]
Jahr:
1999 (1998)
Verlag:
Leipzig, Kinowelt Home Entertainment GmbH
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Interessenkreis:
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Ab 12 Jahren
Altersfreigabe:
12
Beschreibung:
1 DVD-Video (PAL, Regionalcode 2, ca. 101 Min.) : farbig, Dolby Digital 1.0 Mono, Bildformat: 1,33:1 (4:3)
Schlagwörter:
Autorenfilm, Drama, Dänemark, Film, Schweden, Deutsch, Dänisch, Sprache, Untertitel <Film>, Untertitel für Hörgeschädigte <Film>, Dogma 95, Filmpreis, Klassiker, Kultfilm, Sexueller Missbrauch, Danemarck, Danemark, Dania, Daniyah, Danmark, Dannemarc, Danyah, Denemarken, Denmark, Dennemarck, Filmaufnahme, Filme, Kino <Film>, Kongeriget Danmark, Königreich Dänemark, Schauspiel, Schweden <Volk>, Spielfilm, Spielfilme, Sverige, Deutsche Sprache, Dänische Sprache, Hochdeutsch, Neuhochdeutsch, Sprachen, Dialogübersetzung <Film>, Sexuelle Ausbeutung
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Sprache:
Deutsch
Originaltitel:
Festen
Fußnote:
Spielfilm, Autorenfilm, Drama, Dänemark, Schweden 1998. - Sprache: Deutsch, Dänisch. - Untertitel: Deutsch; Deutsch für Hörgeschädigte. - Extras: Interview: Thomas Vinterberg (18 Texttafeln), Filminfo: Dogma-Dokument (4 Texttafeln), Trailer.
Mediengruppe:
DVD